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Herbert Zangs

Herbert Zangs

Krefeld 1924 -
Krefeld 2003


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Werk und Wirkung

Herbert Zangs ist ein Künstler, dem sein Ruf seit jeher in großen Schritten vorauseilt. Als exzessiv und egozentrisch, urtümlich und undiplomatisch wird er eschrieben. Zangs ist ein leidenschaftlich polternder Charaktertyp gewesen, oft ordinär und aufdringlich, zugleich aber ein Einzelgänger in höchster Konsequenz – eine geradezu legendäre Verwirklichung aller nur denkbaren Künstlerklischees zwischen Genie und Wahnsinn. Er arbeitet wie im Rausch und lässt das Geschaffene achtlos liegen, streunt dann wieder als weithin bekannter und gefürchteter Schnorrer durch das Nachtleben. Immer wieder ist er urplötzlich verschwunden – meist dann, wenn seine An wesenheit dringend nötig gewesen wäre, um Aufträge zu erhalten oder Ausstellungen zu eröffnen.

„Als Künstler braucht man in jeder Hinsicht Unabhängigkeit, das große Gefühl von Freiheit“, findet Zangs (Stationen meines Lebens, 1996, S. 133). Per Anhalter reist er durch die Welt, rast- und ruhelos, nächtigt in Galerien und Kellern, auf Parkbänken und unter Brücken wie ein Clochard. Konstanten, soweit für einen wie Zangs überhaupt möglich, bilden die wiederkehrenden Aufenthalte in der Geburtsstadt Krefeld und der Wahlheimat Paris – Letzteres jedoch nur, bis er 1979 wegen einer Schlägerei mit Polizisten aus Frankreich ausgewiesen wird. Diese Episode passt zu Herbert Zangs wörtlich wie die Faust aufs Auge.

Bis zu seinem Tod 2003 bleibt dieser Künstler eine eindrucksvolle Urgewalt. Noch in den letzten Lebensjahren, durch einen nachlässig behandelten Diabetes an beiden Beinen amputiert, verteidigt er aus dem Rollstuhl heraus seinen Ruf als „Enfant terrible“ der Kunstszene. So und nicht anders muss schließlich in Zangs’ Augen ein wahrer Avantgardist sein.
1. Herbert Zangs, Ausstellung im Kunstverein Mannheim, 1978 (Cahier d’Archives 2009, S. 39).

Innovationen eines Ausnahmekünstlers

Doch wie bei so vielen exzessiven Künstlern, verbirgt sich auch bei Herbert Zangs ein im Kern hochsensibler Charakter: der Rest des verletzlichen, zarten und etwas wunderlichen Kindes, das er einst war. Diese Seite verraten auch seine frühen Werke aus dem Jahrzehnt zwischen 1952 und 1962. Ohne das Wissen um die wüsten Eskapaden ihres Schöpfers erscheinen diese Arbeiten in all ihrer Kraft entfaltung doch zugleich melancholisch, still, geradezu poetisch.


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